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Selbermachen — 1x1 des Vorlesens

Die richtige Atmosphäre spielt beim Vorlesen eine zentrale Rolle. Kinder und Vorlesende müssen sich wohlfühlen, um in die Welt der Bücher abtauchen und sich mit allen Sinnen dem Abenteuer Vorlesen hingeben zu können. Auch die Vorlesetechnik kann viel zum Erfolg beitragen. Hier einige Tipps und Tricks:

 

Die Atmosphäre

Die Vorlese-Situation bei einem Vorlese-Projekt mit „fremden“ Kindern, zumal an öffentlichen Orten, ist anders als die auf dem heimischen Sofa mit den eigenen Kindern oder Enkeln. Viele Kinder, die zum Vorlesen beispielsweise in eine Bibliothek kommen, sind mit dieser Situation oft nicht vertraut. Es kostet manchmal einige Mühe, sie „am Ball zu halten“. Meist sind Flexibilität und Gelassenheit während des Vorlesens die besten Garanten für eine entspannte Vorlese-Situation. Denken Sie daran: Vorlesen bei einer Vorlese-Initiative ist ein Freizeitangebot. Wer hierher kommt, tut das freiwillig, aus Spaß und Freude.

Viele Vorleserinnen und Vorleser haben die Erfahrung gemacht, dass eine Stunde Vorlesen für Kinder bereits eine sehr große Herausforderung darstellt. Vor allem leseungeübte Kinder haben Mühe, sich längere Zeit auf eine Sache zu konzentrieren. In Berlin werden die Vorlesestunden deshalb oft durch Spielen, Malen und Gespräche unterbrochen. Auch im Anschluss an das Vorlesen beschäftigen sich Vorleserinnen und Kinder gemeinsam mit Brettspielen oder unterhalten sich.

Bibliotheken und viele andere Vorleseorte sind öffentliche Räume, in denen Sie mit Nebengeräuschen wie Unterhaltungen, Türklappen oder Telefonklingeln rechnen müssen. Man kann in Absprache mit der Bibliothek vielleicht Regale so umstellen, dass die Vorlesebereiche räumlich deutlich abgegrenzt sind, und mit einem Schild aktuell auf die Vorlesezeiten hinweisen.

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Vorlesen — Technik & Gestaltung

Sie werden an den Reaktionen Ihrer kleinen Zuhörer merken, ob Sie überzeugend vorlesen und sie mit der Geschichte in Ihren Bann ziehen können. Dazu muss dem oder der Vorlesenden das Buch auch selbst gefallen — Kinder merken schnell, wenn Vorleser mit dem Inhalt des Buches nicht einverstanden sind. Zwischenfragen von Kindern werden beim Vorlesen von manchen Vorlesern als störend empfunden. Sie sollten jedoch eher als Anregung angenommen werden — nicht zuletzt zeigen sie entweder, dass die Kinder der Geschichte aufmerksam folgen, oder dass beispielsweise das Sprachniveau für sie zu hoch ist und sie Passagen oder auch einzelne Wörter schlicht nicht verstehen.

Die Auswahl der Bücher sollte dem Alter der Kinder entsprechen. Sind Kinder unter- oder überfordert, hören sie nicht mehr richtig zu oder können den Inhalt des Vorgelesenen nicht verarbeiten. Nicht nur der Inhalt eines Buches, auch die Länge einer Geschichte sollte dabei auf das Alter der Zuhörer abgestimmt sein. Wenn Sie am Anfang unsicher sind, wie lange sich Ihre Zuhörer konzentrieren können, probieren Sie es doch zunächst mit Bilderbüchern und kurzen Geschichten. Bei längeren Texten oder sich endlos ziehenden Passagen kann die Vorleserin/der Vorleser auch einmal zusammenfassend erzählen. Auch die Erklärung wichtiger oder schwierig zu verstehender Textteile ist angebracht.

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Buchtipps

In der Rubrik „Buchtipps“ haben wir für Sie einige Empfehlungen zusammengestellt. Weitere wichtige Hinweise zum Vorlesen enthält das Handbuch „Abenteuer Vorlesen. Ein Wegweiser für Initiativen“.

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